Startseite > Engagementpreis 80plus > Preis 2022
Würdigung hochaltriger Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren –
Zehn Preisträger aus 350 Nominierten ausgewählt
Köln, 5. Dezember 2022
Zum ersten Mal wurde am internationalen Tag des Ehrenamts der Engagement-Preis 80plus vergeben. Zehn Frauen und Männer, die alle über 80 Jahre alt sind und sich ehrenamtlich engagieren, wurden aus 350 Einreichungen von einer Jury unter dem Vorsitz von Bundesminister a.D. Franz Müntefering ausgewählt und jetzt im Rahmen eines Festaktes im Maternus-Haus in Köln ausgezeichnet.
„Wir haben bei vielen Vorschlägen gesehen, welche Möglichkeiten des mitverantwortlichen Lebens auch für die über 80-Jährigen bestehen, und das ist ein Teil von Lebensqualität“, betonte Müntefering bei Preisverleihung. Kommunen, Vereine und Einrichtungen sollten das Potenzial der älteren Menschen stärker fördern. „Die Resonanz hat uns überwältig“, sagte Klaus Großjohann, Vorsitzender der Stiftung ProAlter.
„Aus dem gesamten Bundesgebiet sind die rund 350 Vorschläge zu Einzelpersonen, Ehepaaren und Gruppen eingereicht worden.“ „Engagement ist keine Frage des Alters“, betonte auch Dr. Jürgen Rembold, der mit seiner gleichnamigen Stiftung das Preisgeld von 10.000 Euro – 1.000 Euro je Preis – zur Verfügung gestellt hat. Der Preis wurde von seiner Stiftung, der Stiftung ProAlter und dem Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA) ausgelobt, um deutlich zu machen, dass auch Menschen, die über 80 Jahre alt sind, sich trotz des hohen Alters und mancher Handicaps einbringen.
Der Gerontologe Professor Andreas Kruse hatte zuvor in seinem Vortrag hervorgehoben, dass das Engagement in zwei Richtungen positiv wirke: „Bürgerschaftliches Engagement im hohen Alter stärkt einerseits den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Es hilft andererseits den Engagierten selbst, stabilisiert die physische und psychischer Gesundheit, steigert das Selbstwertgefühl und vermeidet Einsamkeit.“
Elfi Kern
Die 83-jährige Kosmetikerin Elfi Kern aus Bempflingen in Baden-Württemberg mit ihrem Engagement für an Krebs erkrankte Frauen und ihren Aktivitäten als Lesepatin für Kinder und Jugendliche.
Wolf Lüben
Der 80-jährige Wolf Lüben aus Frankfurt am Main, der sich im dortigen Bürgerinstitut im hauseigenen ambulanten Hospizdienst und in der Beratung zum Thema Vorsorge engagiert.
Erika Ellinger
Die 86-jährige Erika Ellinger aus Heidenheim in Baden-Württemberg, die sich seit Jahren in der Initiative OMAS GEGEN RECHTS Heidenheim für die Erhaltung parlamentarischer Demokratie engagiert.
Helga Hecht-Nowotnick, Käthe Zadow, Monika Weber, Helga Vomm und Hedy Duhm
Die 81-jährige Helga Hecht-Nowotnick zusammen mit Käthe Zadow (82), Monika Weber (81), Helga Vomm (82) und Hedy Duhm (80), die sich bei der Tafel Wermelskirchen in Nordrhein-Westfalen engagieren, damit Menschen sich ausreichend mit Lebensmittel versorgen können.
Gerhard Claus, Peter Neuling, Gisela John, Berthold Denk und Wolfgang Barenberg
Die fünf von „Seniorpartner in School“ zu Schulmediator*innen ausgebildeten Seniorinnen und Senioren aus Berlin Gerhard Claus (85), Peter Neuling (80), Gisela John (81), Berthold Denk (84) und Wolfgang Barenberg (81), die sich für einen gewaltfreien Umgang der Schülerinnen und Schüler untereinander engagieren.
Hans Hermann Roth
Der 90-jährige Hans Hermann Roth aus Bremen, der in der Diakonischen Einrichtung Friedehorst in Bremen geistig und körperlich behinderte Kinder, Jugendliche und Erwachsene betreut.
Heinz-Peter Martin
Der 87-jährige Heinz-Peter Martin aus Hamburg, der sich bei den Bücherhallen Hamburg im Sprachförderangebot „DIALOG IN DEUTSCH“ engagiert.
Dietmar Peikert
Der 80-jährige Dietmar Peikert aus Köln, der im Kölner Netzwerk von Nachbarschaftshilfen „Kölsch Hätz“ (Kölnisches Herz) aktiv ist, die eng mit den katholischen und evangelischen Kirchengemeinden zusammenarbeiten.
Gerd Hainke | Manfred Blumenthal
Der 82-jährige Gerd Hainke aus Magdeburg, der sich im „1. Repair Café Magdeburg“ engagiert, das 80 % der vorgestellten Geräte reparieren kann, die sonst im Müll gelandet wären. Umweltschutz heißt auch Abfallvermeidung und das u.a. ein Anliegen der Repair-Cafés.
Herr Hainke gehört zu den Gründungsmitgliedern. Seit 7 Jahren ist er als aktiver Reparaturexperte in der Gruppe der 12 ehrenamtlichen Mitwirkenden tätig. Seine fachliche Kompetenz und handwerklichen Fähigkeiten unterstützen die erfolgreiche Arbeit der Reparaturinitiative in großem Umfang. Es wurden circa 4000 Geräte begutachtet und davon ließen sich erstaunlicher Weise über 80% reparieren.
Der 85-jährige Manfred Blumenthal aus Großbeeren in Brandenburg, der sich seit Jahren für die Erforschung und Vermittlung der einzigartigen Industriegeschichte Ludwigsfeldes und der dort hergestellten Produkte, wie z. B. Flugmotoren, Motorroller, Rennbootmotoren, Geländewagen engagiert.
Von August Bebel stammt der Satz: „Nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Gegenwart verstehen und die Zukunft gestalten.“ Deshalb war er auch langjährig ehrenamtlich im Museum für Stadt und Technik Ludwigsfelde (MUST) in unterschiedlichen Arbeitsfeldern tätig und er ist Vorstandsmitglied des 2005 gegründeten Vereins Freunde der Industriegeschichte Ludwigsfelde e.V.







